GELUNGENER STRUKTURWANDEL

Strukturwandel ist in aller Munde. Den meisten Menschen jagt dieser Begriff Angst oder zumindest Sorgen ein. Jeder Wandel steht für: es wird anders, möglicherweise bleibt nichts wie es war. Und dies vorweg: es muss sich Grundsätzliches verändern.

Der Strukturwandel wird nur gelingen, wenn die Herangehensweise an diese immense (Zukunfts-) Aufgabe quasi auf den Kopf gestellt wird. Statt in klotzige Projekte in Köpfe investieren! Oder anders ausgedrückt: richtiges Fördern heißt heutzutage, von unten nach oben und nicht umgekehrt wie bisher.

Die unserer Region zustehen Fördermittel, als Folge des Ausstiegs aus der Kohleverstromung, müssen zunächst einmal für eine grundsätzliche Gerechtigkeit sorgen. Es muss sichergestellt werden, dass die Kohlekumpel nicht allein die Zeche für ein Menü zu zahlen haben, das die Gesamtgesellschaft „bestellt“ hat. Die Bekämpfung des Klimawandels liegt in unser aller Verantwortung.

Konkret sehen wir dabei drei Ebenen, in die Fördermittel fließen müssen:

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1. Struktur-Unterbau

Bildung auf allen Stufen

Digitalisierung auf international konkurrenzfähigem Niveau

Es muss eine gute Verkehrsanbindung der Region her inklusive tauglichem ÖPNV und Mobilität für alle.

2. Brücken-Investitionen

Hiermit sind Investitionen in das Entwicklungspotential von Bestandsunternehmen gemeint. Hierunter sind auch die Bestrebungen zu sehen, z.B. Bundeswehrstandorte in die Lausitz zu verlegen.

Die Region sollte auch Unterstützung von der Landesregierung bekommen, wenn es um die Vergabe neuer Industriestandorte wie bspw. einem neuen Werk von Intel für die Chip-Produktion geht. Die Priorisierung von Metropol-Regionen muss fallen.

3. Zukünftige Wirtschaft

Die Wirtschaft der Zukunft wird sich verändern müssen. Sie muss mithelfen, die Probleme der Zukunft zu lösen. Sie muss Antworten auf Klimawandel, Pandemien, Rohstoffverknappung, Artensterben usw. geben.

Neben zukunftsorientierten, innovativen Wirtschaftszweigen wie der klimaneutralen Energiegewinnung, Dämmstoffen für den Wohnungsbau und Ähnlichem setzen wir auf den sogenannten CCS (Cultural and Creativ Sector) der Wirtschaft. Wie ein EU-Bericht von 2018 aufzeigt, wird diesem Sektor der Wirtschaft ein immenses Wachstumspotential zugeschrieben und ist geradezu ideal für die ländliche Räume.

Dieser Beitrag zum Strukturwandel wurde verfasst von:

Ulrich Kemmerlings

Stellvertretender Vorsitzender des Kreisverbandes Görlitz und Beisitzer im Ortsverein Zittau